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Moskau,  11. Oktober 2018 —   Die russische und internationale Raumfahrt hat einen schweren Rückschlag erlitten. Der Start des Raumschiffes Sojus MS-10 mit dem Russen Alexej Owtschinin und dem Amerikaner Nick Hague an Bord ist am Donnerstag fehlgeschlagen. Die Besatzung habe überlebt und Kontakt zu den Bergungsmannschaften aufgenommen,   twitterte GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin,  der sofort an den Landeort flog. Das System zur Notfallrettung (SAS) habe funktioniert. Es sorgt dafür,  dass die Landekapsel des Havaristen aus der Gefahrenzone katapultiert wird und ballistisch landet. Eine Kommission zur Untersuchung der Havarie habe bereits die Arbeit aufgenommen.

Als Ursache für den Fehlstart wird das Versagen der zweiten Raketenstufe vermutet. In der TV-Direktübertragung des Starts war noch deutlich zu sehen,  wie sich die ausgebrannte Erststufe normal von der Rakete abgetrennt hat.

Eine ähnliche Situation hatte sich im September 1983 ereignet,  als 90 Sekunden vor dem Start des Raumschiffes Sojus T-10/1 im unteren Teil der Rakete ein Brand ausbrach. Auch damals wurde das SAS-System ausgelöst. Die Kosmonauten Wladimir Titow und Gennadi Strekalow landeten vier Kilometer von der Rampe entfernt in der Steppe.

Die Folgen des verhängnisvollen Fehlstarts sind noch nicht abzusehen. Auf jeden Fall werden die bemannten Starts zur Internationalen Raumstation ISS erst einmal für längere Zeit unterbrochen,  bis die Ursache geklärt und abgestellt ist. Damit gerät allerdings das ISS-Programm arg durcheinander. Die derzeitige dreiköpfige Besatzung mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst,  dem Russen Sergej Prokopjew und der Amerikanerin Serena Aunon-Chancellor wird lange Zeit allein in der Station arbeiten müssen. Ihre Versorgung ist aber gesichert.

© Gerhard Kowalski