
Moskau, 14. Februar 2016 — Russland hat mit dem Bau eines ferngesteuerten Roboters begonnen, der künftig als Besatzungsmitglied einer nationalen Raumstation fungieren soll. Der „Avatar“ könne ohne speziellen Schutzanzug in den freien Raum aussteigen oder auch innerhalb der Station unter der Kontrolle von Kosmonauten besonders komplizierte Operationen durchführen, zitiert die Nachrichtenagentur TASS den stellvertretenden Ministerpräsidenten Dmitri Rogosin.
„Wir glauben, dass humanoide Roboter, die über ein technisches Sehvermögen und in der Perspektive auch über einen künstlichen Intellekt verfügen, kein Märchen sind“, sagte der Politiker, der in der Regierung für das Militär und die Raumfahrt zuständig zeichnet. Deshalb bewege sich Russland darauf „planmäßig“ zu – und das nicht nur im Interesse der Landesverteidigung, sondern auch der zivilen Technologien. Diese ermöglichten es dem Land, nicht nur physisch, sondern auch durch seinen „einzigartigen Intellekt groß zu werden“.
Russland habe es „satt, die führenden amerikanischen Laboratorien, die an den Universitätszentren gegründet wurden und die einzigartige Robotertechnik herstellen, zu beneiden“, fügte Rogosin hinzu. Wenn die russische Verteidigungsindustrie die besten Kampfflugzeuge der Welt baue, könne sie das auch bei zivilen Robotern.
Russland will nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS im Jahre 2024 eine eigene nationale Station errichten und wirbt dafür um internationale Partner, die es vor allem in den verbündeten BRICS-Staaten Brasilien, Indien, China und Südafrika sieht.
(c) Gerhard Kowalski